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Thanathophobie / Thantophobie
Die beiden Angststörungen hängen sehr eng mit dem Tod
zusammen. Während der Thantophobiker sich vor dem Tod selbst fürchtet, bekommt
der Thanatophobiker schon vor dem Gedanken an den Tod Angst.
In der Minute der Geburt bekommt der Mensch auch die
Gewissheit mit auf den Weg, dass er eines Tages sterben wird. Deshalb ist es
normal, dass der Mensch sich Gedanken um den Tod macht. Noch immer wird das
Sterben sehr mystifiziert und die verschiedenen Religionen treffen ebenfalls unterschiedliche
Aussagen, was „danach“ kommt. Während dem einem ein Leben mit zahlreichen
Jungfrauen versprochen wird, kann der andere sich auf den Himmel freuen oder
muss sich wegen seines Lebenswandels mit dem Gedanken an Qualen in der Hölle
vertraut machen.
Wenn allerdings die Gedanken an den Tod den Tagesablauf
bestimmen und man hinter allem, was mal irgendwo zwickt, gleiche eine tödliche
Krankheit vermutet, dann sollte man sich auf Depressionen und Angststörungen
untersuchen lassen. Das gilt auch für den Fall, dass man jedes Mal erschrickt,
wenn einem in den Sinn kommt, dass alles im Leben und auch das Leben selbst
einmal ein Ende hat.
Meistens liegen dieser Angststörung entweder Erlebnisse
zugrunde, bei denen man in Lebensgefahr schwebte und „dem Tod von der Schippe
gesprungen“ ist oder es sind Menschen von der Angst vor dem Tod betroffen, die
schon in jungen Jahren den 30. Geburtstag als Schreckgespenst gesehen haben und
immer der Meinung sind, dass sie im Leben etwas verpassen. Häufig betrifft
diese Art der Angst auch Menschen, die befürchten, dass sie ihre Kinder und
Enkel unversorgt zurücklassen würden, wenn ihnen etwas geschieht.
Die Angst vor dem Tod geht bei vielen Menschen auch damit
einher, dass sie bei nahen Angehörigen miterleben mussten, wie sehr diese durch
Krankheit leiden mussten und vielleicht noch monatelang von Maschinen am Leben
gehalten wurden. Dort steht nicht der Tod selbst im Mittelpunkt der Angst,
sondern die Befürchtung, selbst einen solchen Leidensweg gehen zu müssen.
Die Art der Angststörung lässt sich nur durch eine
grundlegende Änderung der Lebenseinstellung eindämmen. Dazu gehört unter
anderem, dass man in ein gut geflochtenes soziales Netz eingebunden ist. Auch
eine gewisse Absicherung kann helfen, die Angst vor dem Tod zu überwinden. Die
Beschäftigung mit den körperlichen Abläufen hat ebenfalls schon vielen Menschen
über die Angst vor dem Tod hinweggeholfen. Dabei wird nämlich klar, dass das
Sterben eines Menschen ein ganz natürlicher Vorgang ist.
Wenn die Angst vor dem Tod allerdings so übermächtig wird,
dass sie die Lebensqualität einschränkt oder den Tagesablauf beeinflusst, dann
sollte man sich nicht scheuen, fachkundige therapeutische Hilfe anzunehmen. Mit
Gesprächs- und Verhaltenstherapie konnte hier schon vielen Patienten gut und
dauerhaft geholfen werden. Diese Therapien werden üblicherweise auf Antrag von
den Krankenkassen übernommen.
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